Videoannotation – Methoden der präzisen Bezugnahme auf audiovisuelles Bewegtbild

Die drastisch veränderten Möglichkeiten digitaler Forschungswerkzeuge haben in den letzten Jahren, nicht zuletzt im Feld der Digital Humanities, verschiedene Projekte dazu inspiriert, neue Wege der Annotation audiovisuellen Materials auszuloten. Von den Gedächtnisprotokollen der frühen Filmwissenschaft und Notizen im Dunkel des Kinosaals über Detailstudien am Schneidetisch bis hin zur Möglichkeiten der automatischen Schnitterkennung und -visualisierung am heimischen Laptop lässt sich eine Veränderung filmwissenschaftlicher Werkzeuge nachzeichnen. Unter Videoannotation ist dabei die zeitbezogene Ergänzung von audiovisuellen Medieninhalten um Metadaten zu verstehen.

Im Projekt wird mit der seit 2002 beständig weiterentwickelten Videoannotationssoftware Advene gearbeitet, die in enger Zusammenarbeit mit dem Informatiker und Entwickler von Advene Dr. Olivier Aubert angepasst und erweitert wird.

Das modular aufgebaute Advene (Annotate Digital Video, Exchange on the NEt) bietet Möglichkeiten zur Annotation von Videodateien, wie auch weitergehenden Visualisierungen und der Veröffentlichung von Analysen als “hypervideo” im Internet. Neben bereits implementierten Erkenner-Modulen (z.b. automatische Schnitterkennung) sollen Schnittstellen für weitere Erkenner geschaffen werden. Eine besondere Herausforderung stellt dabei die große Anzahl an Annotationen unseres detaillierten Analyseansatz dar, bei denen ein einzelner Film mit mehreren tausend Annotationen beschrieben wird.

Wichtig ist bei der Weiterentwicklung der Open-Source-Software jedoch stets die Nach- und Andersnutzung des Programmes, sodass andere Filmwissenschaftler_Innen eigene Untersuchungen oder Weiterentwicklungen der vorgeschlagenen Untersuchungssystematik  mit  einem gemeinsam geteilten und freien Tool realisieren können.

Ansicht einer Testdatei aus der Entwicklungsphase

Link:

https://www.advene.org/